Angefixt wurde ich vermutlich bei Schuh Nadler neben dem Supermarkt. Lurchi hieß er. Lurchi und seine Freunde Gelbbauchunke, Igel, Frosch, Zwerg und Maus waren die Avengers meiner 70er. Ihre Abenteuer in Schreibschrift sorgten für jahrelange unverbrüchliche Treue zu Schuhen einer bestimmten Marke. Sehe ich Salamander-Schuhe, denke ich: Lurchi! (Quelle Bild Lurchi und Freunde oben: Wikimedia, Hungchaka – CC BY-SA 4.0)

Ich bin der Beweis: Maskottchen beeinflussen uns ein Leben lang. Nicht nur deswegen haben Sie eine schillernde Historie, aber auch eine glänzende Zukunft! Manche, wie Lurchi oder das HB-Männchen, sind im Ruhestand. Andere wie der kleine Hunger oder Lino sind noch Teenager und wieder andere sind anscheinend unsterblich.

Testimonials ohne Zicken

Der Bärenmarke-Bär zum Beispiel kippt seit über 100 Jahren Milch in eine Kanne und ist der Methusalem unter den Maskottchen. Er steht sinnbildlich für alle Vorzüge, die so ein Kerlchen hat: Er will kein Honorar, hat keinen Urlaubsanspruch, altert und nervt nicht und leistet sich keinerlei Skandale. Dafür schenkt er viel mehr als nur Milch ein – wie alle anderen Marken-Knuffies:

  • Sympathie
  • Persönlichkeit
  • Was zum Anfassen
  • Was zum Erleben
  • Ein positives Image!

Ja, Dialekst di nieder – Maskottchen mit Idiom

Weil ich ein großer Dialekt-Fan bin und wir bei der Medienproduktion München auch in Sachen 3D-Animation unterwegs sind, wollten Frank und ich auch was Plüschiges, Knuffiges basteln. Aber eben in 3D. Und in Bayerisch natürlich!
Nur wie, weshalb, was für eins und was sollte es erleben?

Unser Erweckungserlebnis hatten wir – kann ja gar nicht anders sein – in einem Wirtshaus. Als eh schon begeisterte „Was-wird-am-Nebentisch-gelabert-Lauscher“ hatten wir einen Volltreffer. Im besten Salon-Oberbayerisch tönte es über den Weissbierschaum hinweg:

„Ja glaub’n denn die, mia san deppert? Klimawandel, ha? Geh, ein Schmarrn mit dem Klimawandel. Die da ob’m san‘ des doch söiba, de am Wetter umanand pfuschen. Der Putin, der haut  de Woik’n weg, wia und wann er grad mog. Der spritzt a soo a Chemie Zeig’l aus seine Flugzeuge und … pfeigrod … hast an Klimawandel a so an Bleden. A geh weida …“  

Und so ging es weiter und weiter. Eine Blödheit jagte die nächste, das Publikum am Tisch saß stumm herum … und grinste sich immer mal einen. Denn es war ja völlig klar und hörbar, dass hier der Einzige weit und breit referierte, der den wahren Durchblick hatte!!

So kamen wir auf die Idee: Wie wäre es, wenn ein Bierkrug nach Feierabend im Wirtshaus „wach“ wird und sich über den ganzen Schmarrn auslässt, den er den ganzen Tag hört. Lustig, liebevoll und ganz im Sinne des „Bayerisch Zen“, wonach es im Himmel der Bayern für jeden einen Platz gibt – und wenn er noch so saublöd daherredet.

Nach dem dritten Weißbier hieß unser Kerlchen „Dimpfi“ und hatte sogar zwei Freunde bekommen: Den Lurti (Kerze 1), der sollte lang, gut gewachsen und schwul sein. Und den Kurti (Kerze 2), der sollte klein, wohlgenährt und dem Alkohol nicht abgeneigt sein.

Die drei sollten als Botschafter des bayerischen „Leben und Leben lassen“ beispielsweise für eine Brauerei oder ein Gasthaus oder für Bayern an sich werben … so die Grundidee. Jetzt musste der aber auch g’scheid in 3D was hermachen. Und da kommt jetzt wieder der Pixel Papa ins Spiel.

Wie der Dimpfi zu seiner Gestalt kam und dabei fast explodierte … dazu hier demnächst mehr …